Spenden benötigt!

In Solidarität gegen Abschiebungen! Das Jahr 2022 hat angefangen und der Protest der „Sierra Leone Refugees fighting Against Deportation“ braucht finanzielle Unterstützung!
Eure Spenden (und  Kontakte) werden jetzt gebraucht.

Sammelt mit oder überweist auf das Spendenkonto hier:
Spenden und Unterstützung

Die Existenz der Protestcamps hängt an Eurer Sammelkraft. Bitte nutzt zusätzlich alle Eure Möglichkeiten und Kontakte um öffentliche Aufmerksamkeit zur Unterstützung der Forderungen zu erzeugen.

Demonstration am 18. Dezember

Keine Abschiebungen nach Sierra Leone!

Sa. 18.12.21 / 14 Uhr Gärtnerplatz

(English Call)

Seit dem 18. Oktober protestieren Geflüchtete aus Sierra Leone in München Tag und Nacht in Eiseskälte gegen Abschiebungen und die Anhörungen einer sierra leonischen Botschaftsdelegation.

Die Anhörungen, die in der Zentralen Ausländerbehörde in München statt gefunden haben, sind zwar inzwischen beendet. Die Einladungen zu den Anhörungen haben bei den Betroffenen jedoch zu grosser Unsicherheit und Angst geführt. Denn eine Konsequenz der Anhörungen können baldige Abschiebungen sein – vor denen sie nun seit mehr als einem Monat nicht mehr sicher sind.

Viele der Betroffenen leben seit über 5 und bis zu 17 Jahren in Bayern und in München, sie gingen zur Schule, hatten Arbeitsstellen, waren in Fußballvereinen aktiv, ihre Kinder besuchen Schulen und Kindergärten. München und Bayern ist ihr Zu Hause. Die sierra leonischen Geflüchteten wollen ihre Leben hier in Deutschland in Sicherheit weiterführen. Sie möchten ihre Arbeit wieder auf nehmen dürfen und Teil der Gesellschaft sein können.

Eine Rückkehr nach Sierra Leone ist für sie nicht sicher. Sierra Leone ist nicht sicher. Sie sind aus dem Land aus unterschiedlichen Gründen geflohen, durch die Wüste und über das Mittelmeer. Jahre nach dieser traumatischen Erfahrung sind ihre Leben nun ein weiteres Mal in Gefahr. In Sierra Leone haben sie keine Zukunft. Der Präsident von Sierra Leone hat den Protestierenden nach ihrer Rückkehr mit Strafen gedroht.

Mit einer Demonstration wollen die betroffenen sierra leonischen Geflüchteten ein weiteres Mal auf ihre Situation aufmerksam machen und appellieren an alle verantwortlichen Stellen und an die neue Bundesregierung: Bitte erkennen Sie die humanitäre Notsituation an und stoppen Sie geplante Abschiebungen nach Sierra Leone!

Zusammen mit solidarischen Akteuren der Münchener Zivilgesellschaft fordern sie Schutz und die Achtung der Menschenrechte.

Wir fordern:

→ Keine Abschiebungen nach Sierra Leone: Sierra Leone ist nicht sicher. Wir fordern alle verantwortlichen Behörden und Regierungsstellen dazu auf, alle geplanten Abschiebungen nach Sierra Leone zu stoppen.

→ Keine Botschaftsanhörungen: Die Praxis von Botschaftsanhörungen zur Identitätsfeststellung ist höchst intransparent und im Kern rassistisch. Wir fordern die neue Bundesregierung dazu auf, sich von solchen Anhörungen zu distanzieren. Weiterhin fordern wir eine Offenlegung der Ergebnisse bilateraler Verhandlungen sowie finanzieller Aufwendungen, die solche Anhörungen erst möglich machen.

→ City-Asyl in München: Wir fordern die Stadt München dazu auf, alles dafür zu tun, um lokalen Schutz gegen Abschiebungen zu garantieren.

→ Bleiberecht: Nach so langer Zeit hier, fordern wir ein Aufenthaltsrecht, das Sicherheit gibt und den ungewissen Status von Ablehnungen und der sogenannten Duldung beendet.

→ Recht auf Arbeit: Wir wollen Teil der Gesellschaft sein. Wir möchten unsere Arbeit wieder aufnehmen und für unseren Lebensunterhalt eigenständig sorgen.

→ Keine Sanktionen: Die Ausübung unseres Grundrechts auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit darf keine negativen Auswirkungen auf unseren Aufenthaltsstatus nach sich ziehen. Wir fordern eine sanktionsfreie Rückkehr in unsere kommunalen Unterkünfte.

Bitte tragt eure FFP2-Masken.

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrates

Bayerisches Innenministerium gefährdet durch Hinhaltetaktik Gesundheit der Geflüchteten

Protest der Geflüchteten aus Sierra Leone am Königsplatz wird fortgesetzt

Seit dem 18.10.2021 protestieren die Betroffenen in Form einer Dauermahnwache bei immer kälter werdenden Temperaturen gegen drohende Abschiebungen. Anlass des Protests sind die mittlerweile abgeschlossenen Anhörungen einer sierra leonischen Botschaftsdelegation. Mutmaßliches Ziel der Anhörungen ist es, Reisedokumente auszustellen, um die Geflüchteten mit einem gültigen Reisedokument nach Sierra Leone abschieben zu können.

„Ich bin wie viele andere von uns seit über fünf Jahren in Deutschland. Nun haben wir große Angst abgeschoben zu werden. Wir wünschen uns endlich ein Gespräch mit den verantwortlichen Politiker:innen. Wie können wir ohne Informationen in unsere Unterkünfte zurückkehren, wenn uns die Abschiebung nach Sierra Leone in Not und Lebensgefahr droht?“, so ein Teilnehmer des Protests.

Doch das bayerische Innenministerium legt weder seine Pläne für die Betroffenen offen, noch scheint es getätigte Zusagen einhalten zu wollen. Nachdem vor einigen Tagen von Verantwortlichen aus dem Landesamt für Asyl und Rückführung Bereitschaft für ein Gespräch vor Ort mit den Protestierenden signalisiert worden war, wurde das Angebot nun wieder zurückgezogen. Die Vermutung liegt nahe, dass hier auf dem Rücken der Protestierenden taktiert wird, um sie durch eine Hinhaltetaktik zu zermürben.

 „Das bayerische Innenministerium vermeidet seit Wochen verlässliche Aussagen und spielt dadurch mit der Gesundheit der Menschen, die bei eisigen Temperaturen bei der Dauerkundgebung Tag und Nacht protestieren. Strategische Spielchen mit Menschen, die sich in größter Angst um ihre Zukunft befinden, sind nicht hinnehmbar. Wir fordern die verantwortlichen Behörden und das bayerische Innenministerium auf, ihre Absichten in einem offenen Gespräch mit den Geflüchteten transparent zu machen, verlässliche Zusagen zu treffen und die Angst der Menschen ernst zu nehmen!“, so Katharina Grote vom Bayerischen Flüchtlingsrat.

Die Geflüchteten planen für diese Woche eine weitere Demonstration. Der Demonstrationszug soll am Donnerstag, 02.12.2021 um 12 Uhr am Protestcamp starten und zur SPD Zentrale am Oberanger ziehen.
Damit wollen die Protestierenden ihre Forderungen ans Innenministerium sowie ihren Wunsch nach Schutz durch die Stadt München, die sich selbst zum „Sicheren Hafen“ erklärt hat, unterstreichen.

Keine Abschiebungen nach Sierra Leone

Wir sind aus unterschiedlichen Gründen aus Sierra Leone geflohen, unsere Leben sind in Gefahr. Wir appellieren an alle zuständigen Behörden, die humanitäre Notlage der Menschen aus Sierra Leone anzuerkennen und von Abschiebungen abzusehen. Bei Rückkehr nach Sierra Leone drohen uns Verfolgung und Bestrafung, Folter und im schlimmsten Fall Mord.

Protestcamp vor der Zentralen Ausländerbehörde München

Keine Abschiebungen nach Sierra Leone! Stopp der Botschaftsanhörung in München! 

Vor wenigen Wochen fanden Anhörungen zur Identitätsklärung einer sierraleonischen Botschaftsdelegation in der Zentralen Ausländerbehörde in München statt. Diese persönlichen Anhörungen dienen dazu, durch Befragungen über Sprachkenntnisse, Aussprache, Dialekt und über Kenntnisse von Traditionen herauszufinden, ob die Personen aus Sierra Leone stammen. Werden den vorgeladenen Personen von der Delegation Reisedokumente ausgestellt oder wird ihnen unterstellt, aus einem anderen Land zu kommen, besteht die Gefahr einer baldigen Vollziehung der Abschiebung. Verweigern die betroffenen Personen, bei der Anhörung zu erscheinen, droht ihnen eine Zwangsvorführung durch die Polizei. Die Anhörungen werden gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt, damit wird ein enormer psychischer Druck auf die ohnehin schon häufig traumatisierten Menschen ausgeübt. Allein die Vorladung zu einer solchen Anhörung stellt eine extreme Belastung dar und ruft bei den Personen Ängste, Unsicherheit und Verzweiflung hervor.

Daher ruft die sierra-leonische Community in Bayern zu einem friedlichen Protest gegen die Anhörung auf. Seit Montag, den 18.10. protestieren sie mit einem Protestcamp in München (aktuell am Königsplatz). Sie sagen:

„Wir sind aus unterschiedlichen Gründen aus Sierra Leone geflohen, unsere Leben sind in Gefahr. Wir appellieren an alle zuständigen Behörden, die humanitäre Notlage der Menschen aus Sierra Leone anzuerkennen und von Abschiebungen abzusehen. Bei Rückkehr nach Sierra Leone drohen uns Verfolgung und Bestrafung, Folter und
im schlimmsten Fall Mord.“

Wir schließen uns dem Protest an und fordern:
• das Ende der Botschaftsanhörungen in München
• einen Abschiebestopp nach Sierra Leone
• Aufenthaltsperspektiven für Geflüchtete aus Sierra Leone

Unterzeichnende Organisationen (Stand: 18.11.):

Antifa nt
Antikapitalistisches Klapprad Kollektiv AKK
AK49
Arbeitskreis Aktiv gegen rechts in ver.di München
Ausbrechen
Bayerischer Flüchtlingsrat
Bellevue Di Monaco
Black Lives Matter Munich
CAMBIO
Extinction Rebellion Munich

Fridays For Future München
Grüne Jugend München
Igel Munich
Jusos München
Karawane München
Lemour
DIE LINKE. München
Lützerath lebt
Mobilitätswendecamp
Münchner Flüchtlingsrat
Panthifa
Rote Hilfe OG München

Seebrücke München
Solwodi
Die Urbane. Eine Hiphop Partei
Die Urbane. Eine Hiphop Partei Bayern

Die Vielen München
Stattpark Olga